Haftungsrisko Wohn- oder Reisemobil bzw. Wohnwagen

Die elektrische Anlage (für den Haushaltsstrom / 230V ~ 50 Hz zu Wohnzwecken) im Wohn- oder Reisemobil bzw. Wohnwagen, auch allgemein als Caravan benannt, wird von renommierten Herstellern nach den anerkannten technischen Regeln ins Fahrzeug verbaut und in Betrieb genommen! Die Anlagen entsprechen zum Zeitpunkt der Herstellung des Fahrzeugs den aktuellen Normen. Die Normen erfahren aufgrund des allgemeinen technischen Fortschritts immer wieder Veränderungen. Viele Caravans haben einen Lebenszyklus von zum Teil von mehr als 25 Jahren. In der Regel werden in diesen Zeiträumen die für die Caravans gültigen Normen mehrfach ergänzt oder verändert. Es findet die Anpassung an den aktuellen Stand der Technik statt.

Grundsätzlich gilt für den Betrieb von elektrischen Anlagen, das der Eigentümer (in der Regel auch der Betreiber / Nutzer / Bediener) der elektrischen Anlage immer dafür zu sorgen hat, das von der elektrischen Anlage keine Gefahr für den Bediener oder Dritte ausgeht. Dabei spielt es keine Rolle, ob entsprechende Fachkenntnisse vor liegen. Zur Begründung können hier mehrere Gesetze herangezogen werden, wie zum Beispiel: StGB § 13, §229, §306 (Strafgesetzbuch), HaftPflG §2 (Haftpflichtgesetz). Hieraus ergibt sich das Haftungsrisiko für den Eigentümer des Caravans.

Zurück zum Fahrzeug: Im Handbuch des Fahrzeugs ist die entsprechende Dokumentation der elektrischen Anlage des Fahrzeuges zu finden. Diese besteht in der Regel aus der Bedienungsanleitung für den elektrotechnischen Laien und einem Schaltplan mit den Einbauorten der elektrischen Betriebsmittel, wie Steckdosen, Schalter, Wärmegeräte, Leuchten, ein oder mehrere Netzteile für die Kleinspannungsversorgung gemäß DIN EN 60335-1 (VDE 0700-1), usw. Bei der erst Inbetriebnahme ist ein Prüfprotokoll gemäß DIN VDE 0100 Teil 600 vom Hersteller zu erstellen. Dies kann im Rahmen der Qualitätskontrolle des Fahrzeuges erfolgen.

Im Rahmen der Produktenhaftung gemäß Produktenhaftungsgesetz haftet der Hersteller nur dafür, das die elektrische Anlage nach den gültigen Normen erstellt und geprüft wurden. Damit gewährleistet der Hersteller auch die für den Nutzer wichtigen Funktionen. Mit dem Betrieb des Fahrzeuges greift dann die Betreiberhaftung des Eigentümers. In der DIN VDE 0100 Teil 721 wird die Prüfung der elektrischen Anlage mindestens alle drei Jahre bei unregelmäßiger Nutzung empfohlen. Bei regelmäßiger Nutzung soll der Prüfzeitraum ein Jahr betragen. Man kann jetzt über die Nutzung streiten.

Als Caravan – Eigentümer hat man zwei Möglichkeiten:

Als Erstes:

Augen zu und es wird nichts passieren! Denn Technik fällt nicht aus! Und es wird auch kein Unfall in meinem Caravan passieren! Egal wie alt das Fahrzeug ist! Es ist alles sicher gebaut und wird es bleiben!

Achtung: Im Fall eines Falles werde ich dann für alle Schäden, die durch meine Unterlassung der Prüfungen geschehen zur Kasse gebeten und das im vollem Umfang!

Oder!!

 

Als Zweites:

Ich bin mir als Eigentümer der elektrischen Anlage in meinem Caravan über das Risiko als Betreiber der elektrischen Anlage bewusst. Und gehe meiner Sorgfaltspflicht nach und lasse meinen Caravan neben der technischen Prüfung des Fahrzeuges durch einen KFZ-Sachverständigen alle zwei Jahre unter 7,49 Tonnen, die Gasprüfung alle Jahre und dann auch die elektrische Prüfung meiner elektrischen Anlage für den Wohnraum alle drei Jahre prüfen! Dabei halte ich die Kopien alle Prüfprotokolle zum Vorzeigen ein der Einfahrt zum Campingplatz meines Vertrauens bereit. Die Originale liegen an einem sicheren Ort.

Fazit:

Durch diese Prüfungen reduziere ich mein Haftungsrisiko und komme auch im Schadensfall immer gut davon! 

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